Tuner Neuzugang und neuer Platzhalter – Ein Onkyo T-4670

Ich habe einen kleinen Faible für Tuner und habe auch schon etliche Modelle gehabt und hier vorgestellt. Ich höre ab und an noch immer gern Radio, obwohl man dem UKW-Rundfunk vielerorts den nahenden Tod voraussagt. Bisher sind alle Umsetzungen einer Abschaltung gescheitert. Gut so! Man könnte jetzt eine lange Diskussion über Für und Wider anfangen. Das soll hier aber nicht Thema sein. Ich finde es allerdings problematisch, dass seit vielen Jahren versucht wird zuerst DAB und in der Folge DAB+ auf den Markt zu bringen, ohne das es dafür einen Grund gäbe. Die UKW-Technik ist seit Langem ausgereift und funktioniert stabil. Empfänger dafür sind fächendeckend verbreitet und Jedermann kann es empfangen. Dies ist gerade in Katastrophenfällen wichtig und sinnvoll, erreicht man doch über DAB nur einen Bruchteil der Hörer. Argumente, wie besserer Klang durch DAB/DAB+ mag sein, sind doch die Möglichkeiten von UKW begrenzt, doch scheint dies beim Kunden kein Argument zu sein. Kosten- und Energieeffizienz scheint da auf Seiten der Sender schon treffender. Unter diesem Aspekt fände ich eine Einführung sogar sinnvoll, doch ist die Akzeptanz auf Käuferseite doch eher gering, wenn auch steigend. Dies gelingt aber auch nur dadurch, dass immer weniger UKW-Empfänger auf den Markt gebracht werden und die Senderdichte ausgedünnt wird. Dadurch wird UKW für die Kunden uninteressanter.

Doch zurück zum Thema. Gerade in den Abend- und Nachtstunden bietet Radio im Vergleich zum täglichen Einheitsgedudel doch noch interessante Sendungen. Nicht so sehr auf privaten Radiokanälen, doch auf vielen öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es viele Schätzchen des Nachts zu finden. Auch im Ausland, so z.B. in England und Frankreich gibt es viel Gutes.

Dazu benötigt man gerade in der heutigen Zeit einen empfindlichen Empfänger, der in der Lage ist, trennscharf und ohne Störgeräusche auch entfernte Sender wiederzugeben. Mein bisheriger Liebling war in dieser Hinsicht ein Kenwood KT-1100SD. Dieser wurde nun durch den o.g. Onkyo T-4670 ersetzt. Dieser Tuner hat zwei Antenneneingänge zwischen denen mittels Relais umgeschaltet werden kann. Bedienbar ist er nicht nur am Gerät, sondern auch bequem per Fernbedienung. Alle Empfangseigenschaften, wie IF-Bandbreite, DX, Antenne, RF, Stereo/Mono usw. sind für jeden Sender gesondert speicherbar.

Doch hier erstmal ein Bild von dem guten Stück:

Er bietet eine ganze Fülle an Funktionen, die in der Kombination allerdings besten Empfang trotz bescheidener Antennentechnik bieten. Ich verwende an einem Eingang eine billige Wurfantenne. Am anderen Eingang hängt eine Zimmerantenne mit Verstärker. Jede dieser Antennen hat ihre Empfangsvorteile. Die Eine ist sehr gut für den Nahempfang und die andere Antenne ist besser im Fernempfang. Es bestünde zwar die Möglichkeit einen Kabelanschluss zu nutzen, doch ist dies nicht gewünscht. Der Tuner hat übrigens kein RDS, wie man aufgrund des Bildes denken könnte. Man kann stattdessen für jede Frequenz per Hand einen Namen vergeben.

Warum ist dieser Tuner nun so toll? Ganz ehrlich, rein klanglich erkenne ich zwischen meinen Tunern so gut, wie keine Unterschiede. Dieser Onkyo hat einfach eine grandiose Empfangsleistung und ist zudem bequem vom Sofa aus bedienbar. Ich bekomme mitten in Hannover unter den hiesigen Empfangsbedingungen über 20 Sender zu hören. Das hat bisher kein anderer Tuner geschafft. Sämtliche HR- und WDR-Programme sind gut empfangbar. Das kenne ich sonst eher von besseren Autoradios oder von guten Dachantennen.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät. Er darf bleiben, bis irgendwann einmal ein anderer Empfänger meine Neugier weckt. Ein WEGA Lab Zero wäre so ein Gerät. Leider ist er nicht nur selten, sondern auch sehr teuer.

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