Norddeutsche Hifitage 2018 – ein etwas ernüchternder Besuch

Seit vier Jahren gehts am ersten Februarwochenende nach Hamburg zu den Norddeutschen Hifitagen. Auch dieses Jahr war ich mit zwei Freunden unterwegs um Neuigkeiten zu erfahren und gute Musik zu hören. Wie jedes Jahr war es viel zu eng in den Gängen und Zimmern. Mein Eindruck ist, dass dies von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Es lässt sich wahrscheinlich kaum ändern, weicht man nicht auf eine gänzlich andere Lokation aus und verändert das Konzept. Aber darüber machen sich schon andere Gedanken.

Etwas enttäuschend war, was die Hersteller zeigten. Ich werde das Gefühl nicht los, dass in vielen Räumen jedes Jahr dieselben Geräte und sogar in derselben Darbietung gezeigt werden. Einfallsreichtum geht anders. Enttäuschend war dieses mal KEF. Die Darbietung ist seit Jahren sehr ähnlich, doch wurde dies bisher durch Johann, den grandiosen Marketingmann von KEF wieder aufgewogen. Seine Art zu präsentieren macht Spaß und spricht die Leute an. Dieses Jahr wirkte es eher so, als ob da jemand keinen Bock auf seinen Job hat. Gezeigt wurde, wie in den Jahren zuvor die LS50. Dieses Jahr im Vergleich zur R300.

Viele Hersteller zeigten Altbewährtes. Obwohl dies auch auf Geithain zutrifft, war dies doch eine der besten Präsentationen. Und das ist trotz aller technischen Probleme so, die zeitweise vorherrschten.

Großartig im Klang und Format waren diese Lautsprecher aus Beton. Ich meine mich zu erinnern, dass die Membran des Tieftöners 52cm maß. Membranfläche ist halt durch nichts zu ersetzen, als mehr Membranfläche. Der Tiefbass, den solch ein Lautsprecher erzeugt, mag auch aus kleinen und hochgezüchteten Miniboxen kommen, doch klanglich liegen dazwischen Welten.

 

Sehr enttäuschend war der Auftritt von Quadral. Sie hatten einen recht großen Raum zur Verfügung und ließen ihre Topmodelle aufspielen. Die Aufstellung und Vorbereitung war jedoch alles andere, als gelungen. Der Sound erinnerte eher an eine verhangene Boombox. Mit diesem Auftritt tut man sich als Hersteller keinen Gefallen.

Richtig gut klang es dafür bei Dali, die eine kleine, aber feine Kette aufgebaut hatten. Die Lautsprecher klangen ausgewogen und detailreich. Das Gesamtkonzept war gelungen.

Richtig Spaß machte die folgende Kette. Leider habe ich den Hersteller der Lautsprecher vergessen, doch klanglich waren sie einfach nur der Hammer!

Worauf ich mich sehr gefreut habe, war der erstmalige Auftritt von Heco bei den Hifitagen. Ich hoffte sehr, einmal ihre Breitbänder hören zu können und wurde nicht enttäuscht. Klang und Design waren über jeden Zweifel erhaben. Sicherlich haben sie keinen gewaltigen Tiefbass, doch die Auflösung und Räumlichkeit gehörte mit zum Besten, was ich an diesem Tag gehört habe. Selbst das Design überzeugt, auch wenn es nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.

Sehr positiv überrascht hat mich die mir bisher unbekannte Marke AN Audio. Das kleine paar Lautsprecher mit verschiedenfarbigen  Bespannungen kostet gerade mal 850€. Klanglich steckt da wesentlich mehr drin.

Das folgende Lautsprecherkonzept gehört sicherlich zum Ungewöhnlichsten, was ich bisher sehen und hören durfte. Ich war zunächst sehr skeptisch, aber was diese Lautsprecher in den Raum stellen, macht einfach nur Spaß.

Es folgen noch ein paar weitere Eindrücke von der Messe. Ich werde sicherlich auch nächstes Jahr wieder nach Hamburg fahren. Vielleicht werde ich überrascht. Wenn nicht, gibt es Weingummis bei der AAA und Bier im Bistro.

Diese kleinen Hornlautsprecher haben richtig Laune gemacht.

Für diejenigen, die es bis zum Ende des Artikels geschafft haben, gibt es, wie schon im letzten Jahr den Soundtrack zur Messe. Es sind Lieder, die mich im Rahmen des Besuches am meisten beeindruckt und durch den Tag begleitet haben.

Phil Collins – Long long way to go

Deadmau5 – FML

Markusphilippe – Hey Joe

Eivor – Min Modir

John Martyn – Small Hours

Leopold Stokowski – Roumanian Rhapsody No. 1 In A Major, Op. 11

Daft Punk – The Game of Love

Hanne Boel – How can you mend a broken heart

John Campbell – One Believer

Christina Aguilera Feat. Lil’ Kim – Can’t hold us down

Melody Gardot – Who will comfort me

Lizz Wright – Barley

 

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