Die Sache mit dem Streaming …

Das mit dem Streaming ist so eine Sache. Wie ich bereits in anderen Beiträgen schrieb, war mein erster Streamingversuch die Nutzung einer Chromecast Audio und Spotify. Das funktionierte sehr gut. Auch ein späterer Wechsel zu Tidal lief problemlos in Zusammenarbeit mit der Chromecast, bis …. ja, bis HighRes-Audio ins Spiel kam.

Ich wechselte zu Qobuz und entschied mich für ein Studio-Abo mit dem ich HighRes-Files bis 192kHz/24bit nutzen kann. Da gelangte die Chromecast an ihre Grenzen. An einen externen DAC angeschlossen, kam nur noch Murks aus der kleinen Plastikscheibe von Google. Schade, ich mochte sie und sie lief stabil.

Als Ersatz kaufte ich einen Teufel Raumfeld Connector 2. Meine Güte, was für ein Mist. Zunächst lief alles ganz gut. Auch HighRes funktionierte. Doch mit dem externen Wandler gab es immernoch Probleme. Irgendwie scheint es für genannte Streamingdevices ein Problem darzustellen, vernünftige Daten aus dem digitalen Ausgang auszuspucken.

Frustriert machte ich mich auf die Suche nach einem probaten und funktionalen Ersatz, der gute Soundqualität gepaart mit Stabilität liefert. Ich war schon drauf und dran richtig in die Tasche zu greifen und mich bei Aries umzuschauen (ein Anbieter von sehr guten, aber auch teuren Streaminglösungen), da stieß ich auf den Raspberry Pi. Bisher habe ich mich dafür nicht wirklich interessiert. Vor der Software habe ich keine Angst. Sowas kann ich konfigurieren und auch auf der Konsole meinen Bedürfnissen anpassen, doch war die Audioqualität in der Vergangenheit zu schlecht und deshalb habe ich diese Lösung nie ernst genommen.

Das war ein großer Fehler. Ich kaufte mir einen Raspberry Pi 3B+ mit einem Gehäuse und kleinen Kühlern. Dazu noch eine 32GB Speicherkarte und nutze das ganze mit meinem Netzteil von Audiophonics, an dem auch schon der DAC hängt. Es hat zwei komplett getrennt regelbare Ausgänge, weshalb dies problemlos Möglich ist.

Hier noch einmal eine Ansicht des Netzteils:

Als Software habe ich zunächst länger mit Volumio gearbeitet und auch Max2play einmal ausprobiert. Dies sind beides Anbieter von Streaming-Softwarelösungen für den Raspi. Sie sind anpassbar und bieten vielfältige Möglichkeiten. Doch beide Distributionen hatten so ihre individuellen Macken und ich bin schlussendlich bei MoodeAudio gelandet.

Die Distribution basiert auf Raspbian Stretch und läuft absolut schnell und stabil. Nach einigen Anpassungen am Kernel und der Priorisierung der Audioanwendungen läuft diese Software absolut schnell und stabil.

Ich verwende Sox zum resamplen der vorhandenen Musik von Festplatte und Qobuz. Nur DSD-Files bleiben unverändert. Nach mehreren Versuchen und viel Probehören meine ich die für mich beste Einstellung gefunden zu haben.

Ich verwende als Bedienfrontend jedoch nicht die Weboberfläche von Moode, sondern habe mir einen BubbleUPnPServer und dazu einen minim-DLNA-Server installiert, der mir die lokale Musik von der Platte zu Verfügung stellt. Um Qobuz zu nutzen verwende ich die Kazoo-Software von Linn auf dem iPad, dem iPhone und dem Macbook. Es lassen sich alle Funktionen nutzen und die Software läuft flüssig und stabil. Wesentlich besser, als bei den bisherigen Streaminglösungen. Wenn man bedenkt, dass die Stream Box S2 Ultra von Pro Ject im Prinzip keine anderen Komponenten und keine andere Software benutzt (es kommt ein angepasstes Volumio zum Einsatz), dann verstehe ich nicht, warum Leute dafür 750€ bezahlen, wenn man dasselbe für 60 € haben kann.

Der Raspi hängt über USB am Topping D50 als externem DAC.

Die Soundqualität ist wirklich gut und besser als bei den bisherigen Lösungen. Ich sehe zurzeit keinen Grund an diesen Komponenten etwas zu verändern. Ich hatte zwischenzeitlich noch einmal Roon zum Testen, doch diese Software ist so leistungshungrig und ineffektiv, dass die Zusatzinfos über Musik und Bands, die mir angezeigt werden, dies nicht wieder ausgleichen. Warum das Upsampling von Roon soviel besser sein soll, wie selbiges mittels Sox bleibt mir ein Rätsel, wobei das ganze auf dem Raspi auch noch wesentlich ressourcensparender läuft. Ich denke bei den Preisen von Roon und dem guten Marketing, erklärt sich da vielleicht so Einiges, warum audiophile Goldohren eher auf diese teure Lösung schwören.

So sieht das Ganze auf jeden Fall aus, wenn es läuft. Ich kann nur jedem Interessierten empfehlen einmal einen Raspberry Pi mit einer Audio-Streaminglösung zu probieren. Man braucht definitiv nicht mehr und es schlägt die Chromecast Audio und Teufel Raumfeld um Längen.

1 thought on “Die Sache mit dem Streaming …

  1. Liest sich sehr gut,
    habe noch einen Pi3 hier, und mach mich bei Zeiten mal ans testen.
    Benutze im moment den Subsonic Server als Streaming Server und hab dann halt das Tablet an der Anlage.
    Deine Variante gefällt mir aber besser.

    Gruß
    Michael

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