Der Phonosophie-Aktivator-Test

Auf der diesjährigen HighEnd 2014 wartete die Firma Phonosophie aus Hamburg mit einem kostenlosen Aktivator-Test auf, den jeder Interessierte dazu nutzen konnte, um die Auswirkungen und Vorzüge des Produktes kennenzulernen. Einen nachvollziehbaren Wunsch hatte der Hersteller. Die Teilnehmenden sollten einen kurzen Kommentar zu ihren Eindrücken auf dem eingerichteten Blog zum Produkt hinterlassen und so ihre Erfahrungen teilen.

Interessant genug, um daran teilzunehmen war das Angebot, also schnell ein Teilnahmepaket geordert. (Die Aktion wurde verlängert und Interessierte können bis 14.Juli 2014 teilnehmen).

Ich habe die Aktivatoren schnell per Brief zugestellt bekommen. Anbei befindet sich neben diesem kleinen Bogen mit zehn selbstklebenden Aktivatoren mit einem Durchmesser von etwa 6mm eine einseitige Anleitung, wie diese anzuwenden sind.

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Installiert wirkt das Ganze eher unscheinbar. Der Hinweis die Klebefläche vorher gut zu reinigen, kann ich nur unterstützen. Der Aktivator fällt sonst nach wenigen Minuten einfach ab und verschwindet so nachhaltig, wie verlorene Kontaktlinsen.

Was haben die Aktivatoren jetzt gebracht? Grundsätzlich stehe ich Produkten, wie dem Aktivator sehr kritisch gegenüber. Ich musste schmunzeln, als ich auf der Produktseite den Satz “Einzigartiges Funktionsprinzip, das darauf basiert, dass sie sich besser fühlen, auch wenn sie keine Musik hören.” las. Klingt für mich ein wenig esoterisch. Nun gut – was macht so ein Aktivator? Er soll laut Hersteller die negativen Folgen von sogenannten Potentialwirbeln und Elektrosmog beseitigen. Versprochen wird ein “echter Liveklang” der durch andere Maßnahmen nicht zu erreichen wäre. Als Beleg dienen Statements einiger Damen und Herren mit akademischen Titeln. Das wirkt kompetent und soll die Produktargumentation untermauern. Bringt es denn wirklich was?

Wie man meinen Schilderungen entnehmen kann, bin ich nicht unvoreingenommen. Käufer von “Klangverbesserern” jeglicher Art sind das auch nicht. Schließlich versprechen sie sich eine Verbesserung des Klangs. Ihre Wahrnehmung ist also gerichtet auf Veränderungen im Klangbild, die sie suchen und in der Regel auch finden. Ich bin insofern in meiner Wahrnehmung gerichtet, als ich mir keine Veränderungen jedweder Art vom Einsatz solcher Tuning-Tools verspreche. So ist das hier Geschriebene natürlich sehr subjektiv und nein auch nach mehreren Tagen habe ich keine Veränderung hören können. Das mag natürlich daran liegen, dass ich das Produkt falsch angewendet habe (bin jedoch nach Anleitung vorgegangen) oder meine Wiedergabekette es nicht erlaubt, solch feine Nuancen wahrzunehmen. Vielleicht ist mein Hörsinn auch nicht trainiert genug. Kann alles sein. Durch ähnliche Formulierungen sichert sich der Hersteller auch ab, falls mal etwas nicht so klingt, wie es soll. Grund für die nicht vorhandene Änderung könnte auch sein, dass ich mich nicht für eine Individuallösung aus verschiedenen Aktivatorprodukten entschieden habe. Ich habe ohne etwas zu sagen auch meine Lebensgefährtin, die den Klang meiner Anlage gut kennt und Freunde, die gern und viel Musik hören, auf meine Anlage losgelassen. Sie sollten einfach mal etwas Musik hören, die sie gut kennen. Hinterher gefragt, ob sie eine wesentliche Änderung zum letzten Mal hören würden, konnte niemand eine solche feststellen. Klar – liegt wahrscheinlich daran, dass ich vorher nichts gesagt habe. Dies tat ich mit Absicht nicht, denn sonst wäre ihre Wahrnehmung schon wieder gerichtet auf eine Veränderung, die es ja geben müsste.

Schaut man sich einschlägige HiFi-Foren an, so erkennt man recht schnell zwei Fraktionen. Diejenigen, die monetär alles dafür machen, um ihrer Wiedergabekette das letzte Quentchen Klang zu entlocken. Dann gibt es die Fraktion, die einfach Musik hören will. Der Fuß soll mitwippen. Die Emotionen beim hören der Lieblingsplatte sollen spürbar werden. Sie wollen einfach zufrieden sein. Zur letztgenannten Gruppe gehöre ich. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit dem Thema und habe schon viel Geld für HiFi und auch HighEnd-Equipment ausgegeben. Ich höre viel Musik und mache dies auch bewusst und in Ruhe. Ich habe auch Geld in gerichtete Kabel investiert und mir sonstwas für Filter an die Netzleitung gehängt. Musik höre ich wieder wesentlich zufriedener, seit ich nicht mehr das Bessere suche, sondern mache, wofür  HiFi-Geräte gemacht sind: Musikhören! Einen Aktivator brauche ich dazu nicht. Es mag sein, dass er etwas verändert. Ich höre es nicht und suche auch nicht nach diesen Nuancen.

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