Blaupunkt Micronic Kompaktanlage aus dem Jahr 1980

Nach längerer Pause gibt es hier mal wieder etwas Neues. Der Winter hat begonnen und damit nimmt die Basteltätigkeit wieder zu. Zum nahenden Fest möchte ich meinem Vater einen kleinen Wunsch erfüllen. Für sein Arbeitszimmer sucht er eine neue und kompakte Anlage. Die Alte hat leider vor Kurzem das Zeitliche gesegnet. Er war früher selbst bei Blaupunkt beschäftigt und schwärmte zu recht damals noch von der sehr guten Qualität der Autoradios.

So machte ich mich auf die Suche nach einer Blaupunkt Micronic. Sie erfüllte den Anspruch an Kompaktheit und stammt aus der Zeit, in der Blaupunkt noch brauchbare Geräte abgeliefert hat. Die Micronic bestehend aus dem Verstärker A-60, dem Tuner T-60 und dem Tapedeck C-60 wurden allerdings nicht von Blaupunkt selbst gebaut. Sie wurden nach Vorgaben in Japan hergestellt. Das hat jedoch keine sichtbaren, negativen Auswirkungen auf die Qualität.

In der kleinen Bucht fand ich nach einigem Suchen ein annehmbares Angebot. Die Geräte waren mehr oder weniger funktionsfähig und optisch schienen sie auch akzeptabel. Angekommen war zumindest die Optik schlechter, als auf den Fotos einschätzbar. Zum Glück war dies mit einer Grundreinigung und hier und da etwas Schleifen und nachbessern wieder hinzubekommen. Der Verstärker und der Tuner funktionierten auf Anhieb. Schonmal schön! Nach einer gründlichen Reinigung des Inneren habe ich einige Elkos aus dem Netzteil auf ihre Werte hin nachgemessen. Alle waren noch im Soll. Es gab also keinen Grund hier wild Bauteile zu tauschen. Daraufhin kontrollierte ich bei beiden Geräten die Werte aus den Schaltplänen. Auch da gab es nicht viel zu korrigieren. Die Spannungen hatten sich nur im Millivoltbereich verändert und mussten kaum korrigiert werden. Sehr gut! Selbst der Empfang des Tuners und das präzise Halten der Sender war kein Problem. Schon mit einem Stück Draht empfing der kleine T-60 fast alle verfügbaren Sender.

Kommen wir nun zum Sorgenkind des Trios. Das Tapedeck C-60 war von insgesamt minderer Qualität. Das Laufwerk wurde durch einen Motor indirekt betrieben. Den Rest besorgten Riemen, eine Schwungmaße und eine Menge Zahnräder aus Kunststoff, die aber allesamt noch in Ordnung waren. Die Andruckrolle war stark verdreckt, aber das Gummi noch in Ordnung. Selbiges gilt für die Idlergummis. Von den Riemen war nichts mehr übrig geblieben. Das hatte ich schon bei einigen alten Tapedecks. Das Gummi hatte sich im Laufe der Jahre zu einer teerartigen Maße verflüssigt und im ganzen Laufwerk verteilt. Kleiner Tip: besser nicht damit in Kontakt kommen. Es geht sehr schlecht wieder von den Händen und anderen Oberflächen ab. Also erstmal das Laufwerk ausgebaut und fast komplett zerlegt. Das war eine grausige Arbeit. Das Laufwerk ist dermaßen verbaut, dass eine Reparatur überhaupt keinen Spaß macht. Nach drei Stunden Putzen, Polieren und neu Fetten und Ölen war dann langsam wieder alles im Lot. Die Riemen konnte ich durch vorhandene Riemensätze ersetzen. Nur den Flachriemen für die Schwungmaße musste ich nachmessen und nachbestellen. Nach dem Zusammenbau lief erstmal fast alles. Die Geschwindigkeit war viel zu niedrig. Dies ließ sich durch ein kleines Poti hinten im Motor leicht beheben. Doch mit der Zeit kristallisierte sich ein weiterer Fehler heraus. War der Motor erst einmal warm, wurde er immer langsamer und stellte schließlich ganz die Arbeit ein. Erst nach Erkalten konnte man das Tapedeck wieder benutzen. Also musste ein neuer Motor her, da die Treiber und die ansteuernde Elektronik in Ordnung waren. Zum Glück kann man sich bei vielen Tapes mit recht gut verfügbaren Ersatzmotoren behelfen, die als Bedingung folgende Eigenschaften erfüllen müssen: 12V, 2400 rpm, CCW. Das CCW beschreibt hier die Laufrichtung. In diesem Fall gegen den Uhrzeigersinn. Nach dem Tausch des Motors und anschließender Einstellung der richtigen Drehzahl, lief das Tape auch nach einer längeren Testphase noch stabil. Der Azimuth wurde inzwischen auch neu justiert. Einziges kleines Manko: der Aufnahme-/Wiedergabekopf hatte etwas Rost angesetzt. Zwar konnte dieser weitestgehend entfernt werden, doch ein bisschen bllieb zurück. Die Kontaktfläche zum Band ist jedoch wieder blank und sauber. Das Gerät hatte wohl einige Zeit in einem feuchten Raum gestanden. Das Tapedeck ist kein Überflieger. Für gelegentliches Hören alter Aufnahmen reicht es aber vollkommen.

So strahlt die Blaupunkt Micronic nun wieder in altem Glanz und kann sich weiterer Jahre intensiver Benutzung erfreuen.

 

2 thoughts on “Blaupunkt Micronic Kompaktanlage aus dem Jahr 1980

  1. Hallo-ich suche Jemanden der mir sagenb kann wo ich meine Kompaktanlagen anbieten kann oder gleich verkaufen.Es sind zwei Graetz HMC400 und eine baugleiche ITT HC 9071.Alle komplett aber nur eine Graetz ist komplett(alle Unterlagen von 1980) mit 4 Boxen noch im Einsatz.Näheres vielleicht telefonisch ?Ich suche eine Kleinere Anlage-Plattenspieler und Kassette.

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