Reparatur einer Teac A-2300SD

Allgemein Jan 12, 2016 No Comments

Vor Kurzem berichtete ich davon, eine Teac-Bandmaschine erworben zu haben. Verkauft wurde sie als voll funktionsfähig und von einer Fachwerkstatt überholt. Für den Einstieg hielt ich das für ein gutes Angebot. Nach Ankunft stellte sich jedoch heraus, dass zwar augenscheinlich alles funktionierte, doch eine Aufnahme nicht möglich war. Im Eingangszweig schien auch einiges im Argen, denn es kam nicht immer ein Signal an, wenn ich dies über die Source-Funktion kontrollierte. Soviel zum Thema: von einer Fachwerkstatt überholt. Im Nachhinein ist meiner Auffassung nach höchstens die Andruckrolle getauscht worden. Sonst konnte ich keine Reparaturspuren finden.

Zunächst reinigte ich alle Schalter und Potis. Siehe da, die Unregelmäßigkeiten am Eingang waren beseitigt. Daran lag das Aufnahmeproblem also nicht mehr. Mir fiel jedoch von Anfang an ein Brandgeruch auf, wenn die Maschine ein paar Minuten an war. Es zeigte sich, dass auf der Platine für den Bias ein Widerstand (R27) so heiß wurde, dass er sich auslötete und irgendwann seine komplette Isolierung abgebrannt ist.

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Da scheint der Fehler also zu liegen. Kein Bias-Strom = keine Aufnahme. Beim Nachmessen der im Schaltplan angegebenen Spannungen war schnell klar, dass auf dieser Platine etwas komplett schief lief. Die Kondensatoren sahen alle noch ganz gut aus. Da ich aber noch neuen Ersatz rumliegen hatte, habe ich die Elkos gleich getauscht. Einer hatte sogar einen Schluss, war also auch in Mitleidenschaft gezogen worden. Darüber hinaus waren zwei Dioden, die als Gleichrichter fungierten defekt. Sie waren von seltenen Typ SIB01-02. Als Ersatz kann man gut 1N4007 verwenden. Als nächstes fand ich noch einen defekten Tantal-Kondensator und nahezu alle Transistoren auf der Platine waren defekt. Für die 2SC1384 hatte ich noch passende Neue gleichen Typs. Einen 2SC733 ersetzte ich durch einen gebräuchlichen BC548 (Achtung, andere Pinbelegung) und ein defekter 2SD288 wurde durch einen TIP31C getauscht. Das auf der Platine verbaute Relais, dass die Aufnahme schaltete, schien auch ein paar Kontaktprobleme zu haben. Ich baute es aus und öffnete es. Dies war bei diesem Relais von Omron sehr einfach möglich. Die vergoldeten Kontakte waren in der Tat etwas mitgenommen und ich reinigte sie mithilfe von Kopierpapier, dass ich mit Kontakt WL besprühte und mehrmals an den Kontakten vorbeizog, um die feine Mechanik nicht zu zerstören. Danach waren auch die Kontaktprobleme verschwunden. Nach dem Wiedereinbau der Platine stimmten alle Spannungen wieder mit denen im Schaltplan überein. Ich musste auch kaum nachregeln und konnte an einen ersten Test gehen. Was soll ich sagen, die Teac nahm wunderbar und ohne Probleme auf. Es hab keine Verzerrungen und nach einem Neuabgleich des Bias ist die Tonbandmaschine nun wirklich generalüberholt. Ich habe sie auf BASF LPR 35 neu eingemessen. Davon habe ich einige Bänder die bestens funktionieren. Darüber hinaus bekommt man noch neues LPR 35 Bandmaterial von RMG bzw. von Pyral. So schien mir dies eine sinnvolle und problemlose Bandwahl.

Die Teac läuft seit der Reparatur zurzeit täglich ohne Probleme. Natürlich wurden auch die Köpfe und der Bandlauf ausgiebig gereinigt.

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SGleicher

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