Norddeutsche Hifitage 2017

Allgemein Feb 06, 2017 No Comments

Am ersten Samstag im Februar war es mal wieder soweit und ich habe mit einem guten Freund die Norddeutschen Hifitage in Hamburg besucht. Das Hotel war voll, aber gefühlt nicht so überfüllt, wie im Jahr zuvor. Kam es uns im letzten Jahr so vor, als hätten die Hersteller kaum Neuigkeiten, so gab es dieses Mal eine ganze Reihe neuer Gerätschaften zu Hören und zu Sehen.

Es folgen ein paar Impression die im Gedächtnis geblieben sind:

Jedes Jahr wieder interessant, aber gewiss nicht jedermanns Sache sind die klassischen Lautsprecher von Tannoy aus England. Nicht nur von der Optik, sondern auch der Namensgebung (Westminster, Kensington …) nach, passen sie eher in ein englisches Landhaus oder ein viktorianisches Schloss, denn in eine moderne Wohnlandschaft. Klanglich sind sie jedoch mehr als brauchbar, wenn auch etwas teuer.

Ruark stellte schon im letzten Jahr die moderne Form der guten alten Musiktruhe vor. Mir gefallen diese Geräte mehr als gut. Die Optik leiht sich Stilmittel aus den 50er und 60er Jahren. Die Technik ist auf modernstem Stand. Integriert sind Streaming-Devices, Radio, Verstärker und für die gegebenen Verhältnisse sehr ordentliche Lautsprecher.

Bei Luxman gab es wie in den Vorjahren die neueste Auflage seines Verstärkerklassikers inklusive CD-Player. Die Kette wusste zu gefallen, doch gab es andere spannende Sachen zu entdecken.

PMC stellte kleine Zweiwege-Lautsprecher vor, deren Bassreflexöffnungen etwas von Haifischkiemen hatten. Die kleinen PMC klangen super und konnten den Raum mit einer luftigen, breiten Bühne füllen. Sehr gute Teile!

Bei Acoustic Solid gab es feinste Plattenspieler zu sehen. Dieser Bubinga hat schon was. Für den Preis auf jeden Fall eine Sünde wert!

Auch die lange vergessene Marke Perpetuum Ebner baut wieder Plattenspieler. Hier eines ihrer neuen Modelle. Sehr feine Dreher, die solide gebaut eine gute Grundlage zum zufriedenen Hören bieten.

Richtig gut gefielen die kleinen Lautsprecher von AVID. Klein ist relativ zu betrachten, denn sie bauen sehr tief. Dafür konnten sie auch einen großen Raum problemlos beschallen und machten richtig Spaß!

Wie schon im letzten Jahr waren auch die Coax-Lautsprecher von Progressive Audio eine wahre Freude. Was aus diesen Lautsprechern an Räumlichkeit und Spielfreude kommt ist schon sagenhaft.

Bei Gamut gabs analoges Futter. Die Musik kam vom Tonband und das mehr als ordentlich.

Richtig gut waren auch die kleinen Dreiwege-Lautsprecher von Bryston. Im Raum war eine Art “Cafeteria” aufgebaut. Man konnte sich gemütlich in eine Sofaecke setzen, bekam auf Wunsch Kaffee gereicht und hörte in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre Musik.

Hier gabs was auf die Ohren. Eine der besseren Scorpionsscheiben über diese Hörner und schwups wippen unwillkürlich Fuß, Kopf oder andere Körperteile.

Eine der vielen beeindruckenden Ketten, die zu hören und zu sehen waren.

Ballfinger stellte seine neu produzierte Tonbandmaschine vor. Preislich in der Oberliga ist es doch ein feines Stück Technik.

Diese Kette aus Verstärkern von EAR und Lautsprechern von Graham (LS 5/9) wusste auf ganzer Linie zu überzeugen. Neutral bis in die Ecken, wie von Monitoren zu erwarten, war diese Kette alles andere als Langweilig. Mit elektronischer Musik gefüttert, machte die Anlage sogar richtig Dampf.

Am meisten Spaß machte das Hören bei den Jungs von MachOne-Classics. Im T-Shirt und in lockerer, unangestrengter Atmosphäre hämmerten sie Musik, wie Led Zeppelin und Pink Floyd in den Raum. Die Lautsprecher können problemlos auch leise und feingeistig zu Werke gehn, aber laut macht es gleich noch mehr Spaß. Die Musik kam von Vinyl, das auf einem fein restaurierten Lenco L75 mit Originalarm und einem Denon DR-103 abgetastet wurde. Durch zwei Altec-Übertrager ging es weiter in einen kleinen Röhrenamp und fertig war das Hörvergnügen. Es wurde auf unnötigen Schnickschnak verzichtet. So macht mir Musikhören am meisten Spaß!

Zum Abschluss des Tages ging es noch einmal ganz nach oben unters Dach. Dort empfing ME Geithain mit seinen ME 901 K 1 seine Gäste. Was diese Lautsprecher an Detailtreue und Raum abbilden, ist schon großes Kino.

Hier noch eine kleine Messeplaylist für Musik, die uns den Tag über begleitet hat:

Dick Hyman – The Entertainer
Schmidbauer Pollina Kälber – Camminando
Joe Bonamassa – If heartaches were nickels
Supertramp – It’s a hard world
Donna Lewis – Silent World
ZAZ – J’aime Paris
Stevie Ray Vaughan – Tin Pan Alley
Katja Maria Werker – Über sieben Brücken musste du gehn (beeindruckendes Cover)
Andy McKee – Everybody wants to rule the world
Gui Boratto – Please don’t take me home
Nicki Minaj – Only
Dead Can Dance – Song of the Stars
The B52’s – Dance this mess around
Friedrich Lichtenstein Trio – Schönes Boot aus Klang (wirklich großartiges, wenn auch manchmal verstörendes Album)
David Crosby – Traction in the rain

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