Neuer Tonabnehmer an Bord – ein Shure M75-S6

Allgemein Feb 11, 2016 No Comments

Ich habe die Angewohnheit gern mal etwas auszuprobieren. Dazu gehören auch Tonabnehmer für meinen Dreher. Letztens fand ein Shure M75-S6 zu mir. Im Internet liest man recht viel Gutes über dieses eigentlich nicht so besondere System. In den 70ern war es ein Standardsystem für den Massenmarkt. Das M75 gab es in den unterschiedlichsten Versionen. Das M75-S6 hatte eine sphärische Nadel mit nicht zu scharfem Schliff. Das System galt damals schon als recht gutes System, dass sich bis heute einer gewissen Beliebtheit erfreut.

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Mein S6 hat einen blanken, unlackierten Body. Dieses Modell gibt es nicht besonders häufig und es soll angeblich etwas besser klingen, als die schwarz lackierten Modelle. Ich kann dies mangels Vergleich nicht nachvollziehen, halte das aber eher für Goldohrengeplänkel ;). Die Originalnadel war krumm. Folglich musste Ersatz her. Ich entschied mich nach einigem Lesen im Netz für eine eliptische Ersatznadel von Cleorec. Dazu sei gesagt, dass Cleorec ein Händler ist, der seine Nadeln von verschiedenen Händlern zukauft. So kann man nie genau wissen, welche Nadel man genau bekommt. Meine Nadel war von Naber – eher bekannt für gutes Material. Eigentlich braucht das Shure einen eher leichten Arm, da sonst die Resonanzfrequenz des Gesamtsystems Arm + Tonabnehmer zu tief rutscht und vermehrtes Rumpeln und dröhnender Bass auftreten kann. Der Arm meines Kenwood KD-8030 ist nun alles andere, als leicht. Kein Grund es nicht trotzdem auszuprobieren! Die Justage gelang recht einfach und ich unternahm einen ersten Hörversuch. Gemessen am Preis ist dieses System wirklich eine Empfehlung wert. Die Berichte, die man im Netz findet, bescheinigen dem System vollkommen zurecht virtuose Qualitäten. Ich habe für Headshell, System und Nadel zusammen keine 60€ bezahlt und es gehört schon jetzt zu meinen Lieblingssystemen. Das Problem mit dem zu schweren Arm hat sich als nichtig erwiesen. Zumindest in meinem Fall spielt das Shure offen, dynamisch und mit straffem nicht zu tiefem Bass. Es grummelt und rumpelt nicht. Dabei hat sich eine Auflagekraft von 1,5g und ein Antiscating bei etwa einem Drittel der Auflagekraft als beste Einstellung erwiesen.

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Der Tonabnehmer rockt ohne Ende und kommt auch mit Jazz super zurecht. Klassik höre ich lieber mit meinem AT-430OCC, doch sonst ist es ein rundes, harmonisches System, dass ich absolut empfehlen kann. Es hat einen festen Platz in meiner Sammlung und wird seinen Platz am Arm vorerst behalten. Ein kleines Problem gibt es noch. Es ist das einzige System in meinem Nadelpark, dass bei höheren Lautstärken vernehmlich brummt. Es ist nicht hörbar, wenn Musik spielt, doch in den Pausen hört man dies deutlich. Ab einer Potistellung unter zehn Uhr am Verstärker ist davon allerdings nichts mehr zu hören. Da werde ich nochmal schauen, ob es ein Kontaktproblem gibt und vielleicht nochmal eine andere Nadel probieren, um zu testen, ob es am Sitz der Ersatznadel im Systemkörper liegt. Vielleicht lohnt es sich sogar mal eine Jico SAS – Nadel aus Japan zu ordern. Diesen Nadeln werden auch aufgrund des besonderen Schliffes wahre Wunderqualitäten nachgesagt. Mein Interesse dahingehend ist schon lange geweckt. Da die Grundqualität des Shure durchaus sehr gut zu sein scheint, denke ich mal über solch eine Investition nach. Der Preis für eine Jico inklusive Zoll liegt bei etwa 160-170€. Der Kauf will also gut überlegt sein. Dazu vielleicht an anderer Stelle nochmal mehr.

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SGleicher

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