Kleine Vorstellung der heimischen Anlage

Allgemein Jun 24, 2014 No Comments

Da es in diesem Blog nicht nur, aber zu einem großen Teil um Musik und HiFi gehen soll, möchte ich zuerst etwas zu meiner Anlage und meiner Einstellung zu dem Thema sagen.
Ich höre und sammle Musik, seit ich etwa 12 Jahre bin. Das war in der zweiten Hälfte der 80er Jahre. Angefangen habe ich mit der alten Anlage meines Vaters. Diese Bestand aus einem Universum V-716 Verstärker, einem Universum T-715 Tuner und einem BSR-Plattenspieler mit Shure M-75 Type D Tonabnehmer. Die Wiedergabe erfolgte über zwei alte ELAC-Lautsprecher deren Bezeichnung ich nicht mehr kenne. Diese Anlage hat mich ein paar Jahre begleitet, bis ich mir meine ersten selbst ersparten Komponenten kaufen konnte. Diese waren ein Kenwood KA-5020 Verstärker, ein Kenwood KT-1030 Tuner, ein Kenwood KX-7030 Tapedeck und ein Kenwood KD-8030 Plattenspieler, der mich bis heute begleitet. Diese Anlage hat mich im Vergleich recht kurz begleitet. In den 90er Jahren machte ich ein Praktikum bei Art & Voice. Ein HighEnd-Studio, dass damals noch in Peine ansässig war. Zu der Zeit wurde ich mit dem HiFi- und HighEnd-Fieber vollends infiziert und gab mein gesamtes Erspartes überwiegend für neues Equipment und Tonträger aus. Auch über das Praktikum hinaus war ich weiterhin oft bei Art & Voice (die mittlerweile in Hannover residieren). Ich verbrachte viel Zeit mit Musikhören und dem Kennenlernen verschiedenster Komponenten und Hörkonzepte. Die Folge war der Verkauf meiner Kenwood-Kette (bis auf den Plattenspieler) und die Anschaffung eines Mission Cyrus III Verstärkers mit PSX-R Netzteil und eines Mission Cyrus DAD III CD-Players. Dazu gesellten sich zwei Dynaudio Audience 5 Lautsprecher, die meine alten ELACs ablösten. Diese Anlage begleitete mich wiederum Jahre und wurde kaum verändert.

Heute habe ich im Vergleich zur Mission-Kette vollkommen andere Geräte und mein Verhältnis zum Thema hat sich nachhaltig verändert. In der Zeit, als mein Interesse in HighEnd-Equipment größer war, als das eigentliche Musikhören, gab ich noch Geld für laufrichtungsorientierte Kabel aus. Ich kaufte überteuerte vergoldete, titanlegierte oder sonstwas für Stecker und allerhand kleinen „Schabernack“. Nicht zuletzt durch ein Studium der Elektrotechnik änderte sich mein Bezug zu diesem Thema und den Gerätschaften. Auch ein später absolviertes geisteswissenschaftliches Studium brachte einen weiteren Einstellungswandel zu sog. HighEnd-Geräten mit sich. Ich möchte Geräten, die dieser Spezies  zugerechnet werden nicht ihre Qualität absprechen. Oft stecken nachvollziehbare Philosophien in diesen Geräten. Auch gibt es durchaus nachvollziehbare, klangliche Unterschiede (in Grenzen). Was jedoch ein weiterer wichtiger Faktor für die Existenz und Entstehung dieses Gerätemarktes sein dürfte, ist ein Markt, der kaufkräftigen Kunden ein vermeintlich besseres Hörerlebnis durch die verschiedensten Wunderzutaten verspricht.

Ich möchte Niemandem vorschreiben, wofür Er oder Sie ihr Geld ausgibt. HighEnd hat eine Daseinsberechtigung und solange die Leute Spaß damit haben, ist es auch gut. Ich für mich habe einen anderen Weg eingeschlagen, geht es mir vielmehr um zufriedenes Musikhören und nicht um die Suche nach immer besseren oder anderen Komponenten. Das ist eine nicht zu vernachlässigende Zwickmühle in die man sich begeben kann, hat einen das HighEnd-Fieber erwischt. Es gibt ein Sprichwort „Tritt der Vergleich ins Leben, ist die Zufriedenheit dahin.“ So ist es durchaus auch mit dem Thema HighEnd und HiFi oder wenn es darum geht, welches Smartphone wohl das nächste sein wird. Es geht zunehmend weniger darum, ob das vorhandene den gewünschten Zweck erfüllt. Vielmehr beginnt eine stetige Suche nach dem Besseren. Hat man es vermeintlich gefunden, versteckt sich hinter einer neuen Produktpalette schon die nächste Zukunftsinvestition. Ich habe irgendwann gemerkt, welche Art von Klang mir gefällt und was ich suche. Danach habe ich meine heutigen Komponenten ausgewählt und eventuell modifiziert. Für mich gibt es nur noch wenige Gründe, an meiner Kette etwas zu ändern. Stattdessen habe ich jetzt mehr Geld für Tonträger über und genieße es wieder Musik zu hören.

So sieht meine heutige Anlage aus:

HiFi  - 2014

Sie besteht aus älteren Komponenten und solchen, die schon lange Teil meiner Anlage sind. Fangen wir beim Plattenspieler an. Es ist der erwähnte Kenwood KD-8030 mit einem Audio Technica AT-430 OCC unter dem Headshell. Ein für mich wunderschöner und qualitativ schwer schlagbarer Dreher.

Kenwood KD-8030

Als Quellen gesellen sich dazu ein Philips CD-830 CD-Player. Er beherbergt ein sehr solides Dreharmlaufwerk von Philips. Den integrierten Wandler habe ich durch einen selektierten TDA-1541 S1 ersetzt. Die OP-Amps am Ausgang wurden durch rauschärmere OPA-2604 ersetzt. Das Laufwerk wurde neu abgeglichen und gefettet. Nun schnurrt der Philips wieder und klingt sehr fein. Unter ihm residiert ein Kenwood KX-880D. Es war früher schon mein Traumtape und ich habe es mir gebraucht gekauft. Nach einer gründlichen Reinigung, einem Neuabgleich und dem Tauschen einiger Verschleissteile klingt es wunderbar und dient dazu Hintergrundmusik zur Arbeit aufzunehmen und wiederzugeben.

Philips CD und Kenwood Tape

Die Quellgeräte hängen an einem Marantz 2230 Receiver der um die 40 Jahre auf der Schaltung hat. Als ich ihn bekam war er defekt. Die Endstufen hatten alterungsbedingte Fehler und waren reichlich außerhalb ihrer Spezifikationen. Nach einer kompletten Demontage, einer gründlichen Reinigung, dem Tausch einiger Bauteile (wo nötig) sowie einem Neuabgleich erweckt dieses schöne Gerät jeden Tag wundersame Emotionen in mir.

Marantz 2230

Die Wiedergabe erfolgt immernoch über die bereits erwähnten Dynaudio Audience 5. Nichts besonderes aber für mich klanglich rundum zufriedenstellend!

Dynaudio Audience 5

Somit sind die Grundlagen für folgende Diskussionen und Themen in diesem Blog gelegt. Es kann durchaus vorkommen, dass sich die Anlage noch verändern wird. Auch andere Komponenten werden mal getestet werden. Einen unbedingten Grund hier etwas zu ändern gibt es keineswegs, ermöglicht mir diese Kette doch jeden Tag zufriedenes Musikhören. Zudem bin ich nicht mehr auf der Suche nach dem ultimativen Kick in Sachen Technik und Nuance. Ich höre einfach Musik!

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Sebastian Gleicher

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