Digitale Verstärker aus China – als Beispiel ein Topping TP30

Allgemein Aug 25, 2016 No Comments

Es ist schon eine Weile her, da wollte ich mal einen rein digitalen Class-D-Verstärker aus China probieren. Die Auktions-Bucht ist ja voll von Angeboten dieser Geräte. Am Besten haben mir die Geräte von Topping gefallen. Ich entschied mich für einen TP30. Die Lieferung aus China war kein Problem und ich musste weder zum Zoll noch etwas nachzahlen.

Als digitaler Verstärker kommt ein IC von Tripath mit der Bezeichnung “Class-T Tripath TA 2024 BTL” zum Einsatz. Es gibt mittlerweile schon neuere Modelle, die noch einmal besser sind, als die ersten Schaltkreise von Tripath. Diese ICs fanden sich vor ein paar Jahren in vielen verschiedenen China-Miniamps. Die Firmen veränderten maximal das Schaltungsdesign oder versahen ihre Geräte mit unterschiedlichen Anschlüssen und Bedienmöglichkeiten und heraus kam eine Menge an verschiedensten Verstärkern auf derselben Basis.

Der Verstärker selbst leistet ausreichende 2x15W an 4 Ohm und etwa 2x10W an 8 Ohm. So lauten zumindest die Angaben des Herstellers. Die sonstigen technischen Angaben lasse ich hier mal außen vor. Die Leistung reicht vollkommen für einen Kopfhörerverstärker. Doch auch an Lautsprechern macht der kleine Topping eine sehr gute Figur. Die Leistung ist ausreichend um Lautsprecher mit einigermaßen brauchbarem Wirkungsgrad auch mal lauter spielen zu lassen. Vielleicht nochmal kurz etwas zur Verarbeitung. Die Bauteilauswahl ist sehr gut. Es sind viele nahmhafte Hersteller im Gerät zu finden. Die Platine ist sauber bestückt und die Lötstellen durchweg sehr gut ausgeführt. Das Gehäuse ist aus einem Blechprofilgehäuse mit Aluminiumfront gebaut. Es finden sich keine Grate oder Unsauberkeiten. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind durchgehend vergoldet. Der Lautstärkeregler auf der Frontseite ist blau hinterleuchtet. Der TP30 wird mit zwei verschiedenen Netzteilen angeboten. Eines besitzt etwas mehr Leistung, soll besser entstört sein, ist allerdings auch etwas größer. Ich entschied mich damals für dieses größere Netzteil.

Hier mal ein paar Ansichten des Verstärkers.

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Nun noch ein paar Anmerkungen zum Klang. Wie immer werde ich mich aufgrund der Subjektivität kurz halten. Im Netz wird häufig davon gesprochen, Class-D-Amps würden röhrenähnlich klingen. Das mag so wahrgenommen werden, doch kann ich das nicht nachvollziehen. Ich habe Röhrenverstärker gehört, bei denen ich keinen Unterschied zu einem Transistor vernommen habe. Blasphemie mögen da Einige schreien, doch ist dies meine Wahrnehmung. Der Klang des Topping ist angenehm frisch. Die Bühne ist breit und es klingt auf angenehme Art und Weise detailreich. Auch bei höheren Lautstärken wirkt der Klang keineswegs angestrengt oder komprimiert. Der Topping ist ein guter Verstärker für entspanntes Easy-Listening. Mittlerweile verwendet ihn meine Lebensgefährtin an zwei kleinen Monitorlautsprechern um gestreamte Musik aus dem Laptop zu genießen. Dafür ist der Topping mehr als ausreichend und er nimmt dabei kaum Platz ein. Ich bereue den Kauf aus Neugier nicht, auch wenn ich nie plante den Verstärker im Rahmen meiner Anlage zu nutzen.

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SGleicher

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