Die Diva ist fertig!

Allgemein Okt 06, 2016 No Comments

Vor kurzem berichtete ich darüber, dass ich ein paar Diva Monitore der Marke WLM für den Hausgebrauch nachbauen möchte. Ein eins zu eins Nachbau ist es nicht geworden, da ich einen anderen Hochtöner und eine andere Weiche, als das Original verwende. Der Bau gestaltete sich als recht einfach. Die einzelnen MDF-Zuschnitte habe ich online bestellt. Sie wurden CNC geschnitten. Die Ausbrüche für die Chassis, Bassreflexrohre und das Terminal habe ich selbst vorgenommen. Im Gehäuse selbst habe ich eine Ringversteifung vorgesehen. Die Weiche ist freiverdrahtet und die Bauteile mittels Heißkleber auf einem Stück MDF fixiert, das innen auf der Rückwand verschraubt ist. Die Gehäuse habe ich mit Makassar furniert. Dies ist ein eher dunkles Holz mit einem feinen Streifenmuster. Nach Fertigstellung habe ich das Furnier mehrfach mit Antikwachs eingerieben und im Anschluss mit einer feinen Bürste nachbehandelt. Nun haben die Gehäuse eine schöne, matte Oberfläche und sind gegen leichten Schmutz und Nässe geschützt.
Hier erstmal ein paar Bilder der verschiedenen Bauphasen:

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Hier sind die Ausbrüche noch unbearbeitet. Gearbeitet habe ich mit einer Stichsäge. Nachträglich habe ich die Ausbrüche zunächst mit einer Halbrundraspel und danach mit einer Halbrundfeile bearbeitet. Zum Schluss habe ich die Ausschnitte mit feinem Schmirgelpapier geglättet.

Hier ein paar Bilder, wie es direkt nach dem Furnieren aussah:

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Auf dem folgenden Bild sind die Frequenzweichen nach dem Verdrahten zu sehen. Sie arbeiten mit einer Flankensteilheit von 18dB/Okt. Der Hochtöner wird mittels eines Spannungsteilers in seiner Lautstärke gebremmst. Die Feinabstimmung fand mittels Gehör statt.:

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Nachdem das Furnier ein paar Tage ruhen konnte, wurden die Gehäuse mit Wachs behandelt und alle Komponenten zusammengebaut. Hier erste Bilder nach dem Zusammenbauen:

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Ich habe nicht wirklich brauchbares Messequipment um den Frequenzgang von Lautsprechern aufzunehmen. Zudem kann ich zum Messen nicht auf einen schalltoten Raum zurückgreifen. Folgend sieht man trotzdem zwei Messergebnisse die Mittels eines einfachen Messmikrofons und einem Programm auf einem IPad im Hörraum aufgenommen wurden:

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Trotz der Einflüsse des Raumes scheinen die Frequenzgänge verhältnismäßig ordentlich zu sein. Mir ist allerdings klar, dass dies keine belastbare Messung ist.

Zu guter Letzt ein Foto vom ersten Testlauf nach dem Zusammenbau. Auf dem Boden ist es noch etwas unaufgeräumt. Da bitte ich drüber hinwegzusehen.

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Wie ist denn das Ergebnis zu beurteilen? Optisch bin ich vollauf zufrieden mit den Lautsprechern! Klanglich kann ich noch kein abschließendes Urteil fällen, da die Chassis noch ein Weilchen brauchen, um sich einzuspielen. Dies hat nichts mit Klangvoodoo zu tun, sondern resultiert vielmehr darin, dass sich die physikalischen Eigenschaften von Lautsprecherchassis in Grenzen leicht verändern können. Mit dem ersten Höreindrück und leichten Eingriffen in die Weiche bin ich jedoch schon sehr zufrieden. Die Räumlichkeit ist bauartbedingt sehr gut. Mit der richtigen Abschwächung spielt der Hochtöner harmonisch mit dem großen Tief- Mitteltonchassis zusammen. Das Klangbild ist angenehm warm, doch durchaus detailreich. Es gibt leichte Verfärbungen im Hochtonbereich. Dies wusste ich vorher und ist dem leichten Hornvorsatz für den Hochtöner geschuldet. Dies ist jedoch keineswegs störend. Die Lautsprecher sind ungemein dynamisch und welch Wunder sind hohe Lautstärken dank der PA-Chassis kein Problem. Es klingt aber nie nach Rappelkiste, sondern ist definitiv Hifi-tauglich! Auch leise wissen die Lautsprecher zu gefallen. Das Klangbild verliert keineswegs an Raum oder Details. Was mich sehr überrascht hat, ist der Bassbereich. Das er schön knackig und präzise klingt, hatte ich erwartet. Rein messtechnisch gehen die neuen Lautsprecher allerdings nicht tiefer in den Keller, als meine wesentlich kleineren Dynaudios. Der Bass ist dennoch gefühlt wesentlich sonorer. Da stimmt wohl das Sprichwort: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, als durch mehr Hubraum!“ Der Hubraum wäre hier das Synonym zum Durchmesser des Basschassis. Für ein abschließendes Urteil lasse ich mir aber noch etwas Zeit und werde schon jetzt zufrieden und auf neue Art und Weise meine Musik genießen.

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SGleicher

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